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PublikationELISABETH WAGNER, BURKHARDT WOLF (HG.): VerWertungen von Vergangenheit. Mosse-Lectures 2008. Berlin: Vorwerk 8, 2009 (ISBN: 3-940384-19-5). Mit Beiträgen von Elena Esposito, Harun Farocki, Andreas Huyssen, Anselm Kiefer, Christoph Ransmayr, Wendelin Schmidt-Dengler (†) und Elisabeth Wagner. Der Gedanke daran, wie etwas geworden und vergangen ist, geht oft verloren in der Allgegenwärtigkeit aktueller Meinungen und Gefühle ebenso wie in der grenzenlosen Dynamik digitaler Gedächtnisse. Vergangenheit ist zur virtuellen Gegenwart geworden. Gleichwohl hat alles Frühere Konjunktur: in zahllosen Rückblicken und Retrospektiven stellst sich die Mediengesellschaft auf sämtlichen Kanälen je aktuelle Bilder von Vergangenheit her. Nie zuvor war Vergessen so gut vereinbar mit der dauernden Revision und dem unablässigen Revirement unterschiedlichster Vergangenheiten. Vor diesem Hintergrund sind die Grenzen zwischen einer kritischen Wertung und einer bloßen Verwertung von Vergangenheit zu bestimmen. Die vielfältige Erinnerungspraxis und Gedächtnispolitik von Kunst, Literatur, Film und Wirtschaft sind das Thema dieses Bands. weiterlesen> |
KORRUPTION Die öffentliche Meinung zur aktuellen Finanzkrise hat den Zweifel an der Kompetenz und der Integrität von Politikern, Managern und Verwaltungen an ihrer Selbstverpflichtung auf das Gemeinwohl verstärkt. Partikulare Interessen und Vorteilsnahmen werden fast täglich entdeckt und selbstverständlich moralisch verurteilt. Aber welche wirtschaftlichen, politischen, sozialen und persönlichen Machenschaften an der Grenze von Legitimität und Legalität setzen den Mechanismus von Korruption in Gang? Korruption schafft ein eigenes System von Abhängigkeiten (die Mafia), im unternehmerischen Bereich schafft sie Marktanteile und sichert Arbeitsplätze (der sog. Siemensskandal), im Sport sorgt sie für Höchstleistungen (Dopingaffären). Ist diese Dynamik von Korruption nicht nur ein Störfall der Gesellschaft, sondern ihr fester Bestandteil, »ein Streit der Gesellschaft mit sich selber« (Dirk Baecker)? Die Korruptionsbekämpfung wie die von Transparency International muss hier ansetzen.
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